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„Der Rasen ist die Arbeitsfläche des Spielers!“

 

„Der Rasen ist die Arbeitsfläche des Spielers!“

Mark Trübenbacher

Über die Hälfte der Spiele der Fußball-EM 2016 werden in Stadien mit der Airfibr Hybridrasen Technologie ausgetragen. Nun hat sich auch der Arsenal FC für diese Rasentechnologie entschieden. Im Interview sprach Mark Trübenbacher von der EuroSportsTurf GmbH über diese Entscheidung.

 

Stadionwelt: Aus welchem Grund hat sich der Arsenal FC für einen Hybridrasen entschieden?

Trübenbacher: Um die Entscheidung nachvollziehen zu können, sollten wir einen Blick zurück richten. Verstärkte Rasensysteme gibt es bereits seit Mitte der 1990er Jahre. Für mehr Ebenflächigkeit, Belastbarkeit und Stabilität wurden unterschiedliche Techniken und Herangehensweisen, mal mehr oder weniger erfolgreich, auf den Markt gebracht. Fast alle Technologien konzentrieren sich genau auf diese Eigenschaften. Zweifelsohne haben diese Systeme den Fußball und das moderne Greenkeeping stark nach vorne gebracht. Allerdings kann man sagen, dass der Drang nach Stabilität und Belastbarkeit zwar das Fußballspiel an sich unterstützt, aber nicht zwingend den Spieler selbst in den Fokus rückt. Wir fragen uns, ist Stabilität wirklich die maßgebliche Komponente?

Der Rasen ist die Arbeitsfläche des Spielers! Und wenn wir alles tun, um gesundheitsschonende Arbeitsplätze für uns zu haben, sehen wir uns in der Pflicht, dies auch den Spielern zu ermöglichen. Der Arsenal FC war vor 10 Jahren mit einer der treibenden Kräfte, die erste Generation von Hybridplätzen nach vorne zu bringen, zur Unterstützung des Spiels. Nun gehen sie den nächsten Schritt und sind wieder mit vorne dabei, die Rasenflächen weiter zu entwickeln, dieses Mal für die Spieler! Wir arbeiten bereits seit vielen Jahren mit den Kollegen von Arsenal zusammen und schätzen deren kontinuierlichen Drang zur Verbesserung sehr.

Stadionwelt: Mit welchen Arten von Hybridrasen arbeiten Sie?

Trübenbacher: Aktuell gibt es am Markt zwei Hybridrasen-Technologien, die das eben Genannte beherzigen. Zum einen FiberElastic, wo neben „steifen“ Fasern, auch elastische Fasern in die Rasentragschicht eingemischt werden, um den Kraftabbau zu erhöhen. Die TSG Hoffenheim und Borussia Mönchengladbach sind in Deutschland die Vorreiter dieses Systems und erzielen damit große Erfolge und eine sehr hohe Spielerzufriedenheit. Zum anderen Airfibr, wo die Stabilität und Widerstandsfähigkeit in der Rasentragschicht mit 150 Milliarden synthetischen Microfasern erreicht wird, und der Kraftabbau und die Elastizität durch einen speziell behandelten natürlichen Kork entsteht, welcher in relativ großem Anteil beigemischt wird. Das Airfibr System wurde in sehr enger Zusammenarbeit mit der Sportmedizin entwickelt, um maximalen Augenmerk auf die Spielerphysis zu legen und hat dadurch als einziges System deutlich nachweisbare Vorteile für die Körperbelastung der Spieler.

Stadionwelt: Welche biochemischen Vorteile bietet Ihre Bauweise?

Trübenbacher: Kork hat von Natur aus die Eigenschaft, Kräfte aufzunehmen und abzubauen, wodurch die Gelenke und Muskeln der Spieler nachhaltig geschont werden. Dank diesen Fähigkeiten von Kork, in Verbindung mit der Stabilität der Microfasern, können wir unseren Beitrag dazu leisten, die Spieler optimal vor Verletzungen zu schützen. Jedoch wirkt Kork nicht in jedem System gleich. So haben Versuche gezeigt, dass Kork oder Gummi-Granulate in Verbindung mit einer gestitchten Hybrid-Technik keinen nachweisbaren Effekt erzielt, ganz im Gegenteil zu der Verwendung in einer hybriden Rasentragschicht wie Airfibr. Vor vielen Jahren, zu Zeiten von Jens Lehmann bereits, hat man beim Arsenal FC aufgrund von Spieler-Beschwerden begonnen, Gummi-Granulate auf gestitchten Plätzen zu verwenden, um den Härtegrad für die Spieler zu mindern. Da der Erfolg nur sehr mäßig war und der Aufwand exorbitant, war man von der ersten Stunde an sehr interessiert an dem hohen Fokus auf Spielerphysis, die das Airfibr System mit sich bringt. Die Spieler des Arsenal FC und Real Madrid spielen und trainieren seit jeher auf erstklassigen Plätzen, wenn sie aber in Zukunft auch noch ihre Muskeln und Gelenke schonen, haben wir ein weiteres Ziel erreicht. Der Verein muss sein größtes Kapital, den Spieler, schonen. Wir dürfen also gespannt sein, wie das Feedback unserer Nationalspieler nach der Europameisterschaft ausfällt.

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